Chronik

der Original Polizeimusik Innsbruck

1933 regte der damalige Kommandant der städtischen Polizei Major Franz HICKL, den Aufbau einer eigenen Musikkapelle an. Bei mehreren Besprechungen wurde Polizei-Bezirksinspektor Johann RINGER als Organisator auserwählt. Die größten Schwierigkeiten bereite damals die Aufbringung der Geldmittel für die Beschaffung der Instrumente. So wurden viele Instrumente von den Kameraden aus der eigenen Tasche bezahlt.

1934 wurden die politischen Verbände – unter anderem auch die SA-Musik – aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Als diese Instrumente versteigert wurden, waren es Alois Schwarzenberger, Sepp Neuschmied und Johann Ringer, welche dreizehn Instrumente ersteigern konnten. Nur waren diese Instrumente in einem katastrophalen Zustand. Der Kaufpreis für diese Instrumente konnte durch eine Sammelaktion bei den Geschäftsleuten in Innsbruck aufgebracht werden. Als Kapellmeister wurde Josef FRANK eingesetzt und als dessen Stellvertreter Hans SPÖRR.

1934 Im September wunden die ersten Proben in einem Keller des Hauses Sillgasse 7 aufgenommen.

1935 erfolgte die erste Ausrückung anlässlich einer Ehrung des BezInsp Johann RINGER. Der erste öffentliche Auftritt war bei einer vaterländischen Feier in der Altstadt von Innsbruck. Der Polizeimusik (18 Mann) stand damals eine Übermacht der Militärmusik von 65 Mann gegenüber. Beim Abspielen von „Mein Österreich“ hatte die Musikkapelle zu kämpfen um ein „Umschmeißen“ zu verhindern.

Aber es ging weiter aufwärts. Im gleichen Jahr kamen mehrere Kameraden, die nach einer gründlichen musikalischen Ausbildung bei der Regimentsmusik des Bundesheeres die Polizeischule in Linz absolvierten zur Polizei nach Innsbruck und auch zur Polizeimusik. Der Mitgliederstand wurde dadurch auf 33 Mann erhöht, und die Musik wurde immer mehr zu einem gern gehörten Klangkörper.

1936 Am 1. Jänner erfolgte die Verbundlichung der städtischen Polizei und es kamen wieder wertvolle Kräfte der Militärmusik zur Polizei bzw. zur Polizeimusik. In den Sommermonaten bis 1937 wurde an fast jedem freien Sonntag ein Konzert veranstaltet.

1938 brachte der politische Umsturz einige Veränderungen für die Polizeimusik Innsbruck. die Instrumente wurden als Vereinseigentum beschlagnahmt, standen aber weiterhin der Polizeimusik bzw. – wie es genau hieß – dem „Musikzug der Schutzpolizei“ zur Verfügung.

1939 Im Juli wurde die Musikkapelle wegen zu geringer Musikantenanzahl aufgelöst. Erst als die nach Westfalen versetzten Musiker wieder nach Innsbruck zurückkehrte, wurde über Anregung des Kommandanten der Schutzpolizei – Major Balke – die Kapelle neuerdings ins Leben gerufen. Der Kapellmeister Josef FRANK wurde damals als Pensionist zur Polizeireserve eingezogen und übernahm wieder die Leitung der Kapelle.

1941 Im Juli wurde die Tätigkeit der Polizeimusik eingestellt, da immer mehr Musiker abkommandiert wurden.

1942Im Oktober wurde die Polizeimusik als sogenannte Etatkapelle erstellt. Die Leitung hatte der aus Nürnberg stammende Polizeioberwachtmeister Friedrich ÜBERLACKER. Zu dieser Zeit wurden hauptsächlich Werkskonzerte in den Rüstungsbetrieben von Tirol und Vorarlberg durchgeführt.

1943Im April wurde die Kapelle wieder aufgelöst, da die meisten Musiker zum Einsatz an die Fronten abkommandiert wurden.

1944stellte der Polizeimajor HAHN – mit den Instrumenten der Polizeimusik Innsbruck – in Schlanders (Südtirol) eine Kapelle innerhalb des dort stationierten Polizeiregimentes auf. Als Kapellmeister wurde Hermann TANZER verpflichtet.

Von Schlanders wurde die Kapelle nach Roncenio im Valsuganatal versetzt und bestand dort bis zum Zusammenbruch im Mai 1945.

Viele Musikanten gerieten beim Einmarsch der Amerikaner in Gefangenschaft. Die Instrumente fielen sehr wahrscheinlich den Italienern in die Hände. Ebenfalls ging auch das wertvolle Notenmaterial verloren.

1945Bereits im Herbst traten musikfreudige Kameraden wieder zusammen und riefen die Polizeimusik Innsbruck neuerlich ins Leben. Bei ihrem Vorhaben wurden sie vom damaligen Zentralinspektor Oberst WUNSCH unterstützt. Mit viel Mühe wurden die Instrumente und Noten neu beschafft. Als Kapellmeister wurde der bekannte Militärkapellmeister Albert GROSSER gewonnen und bereits im Oktober konnten die ersten Proben abgehalten werden.Hier wird auf Anregung von Prof. Mag. Hans EIBL folgende Berichtigung durchgeführt: GROSSER war nie Militärkapellmeister sondern Musikunteroffizier unter der Leitung des Militärkapellmeisters Anton BERNHAUER dies wird auch in der Diplomarbeit über die Militärmusik 1918 bis 1938 von Prof. Mag. Hans EIBL aufgezeigt.

1946Im Februar gab die Polizeimusik Innsbruck ihr erstes Konzert über Radio Innsbruck. Dies war das erste Konzert einer Blasmusik, das nach Ende des Krieges im Radio übertragen wurde. Zu dieser Zeit und später wurden viele Heimkehrertransporte am Hauptbahnhof und im Lager Reichenau von der Polizeimusik empfangen.

1947übernahm Ludwig SCHWAIGER die Leitung der Kapelle

1948besuchte die Kapelle auf Einladung die Polizeimusik St. Gallen. Alle Musikanten fühlten sich nach der Kriegs- und anschließenden Notzeit wie „Schlaraffenland“ und kehrten reich beschenkt zurück.

1949Im Juni kam zum ersten mal die Polizeimusik St. Gallen nach Innsbruck.

1953besuchte die Musikkapelle den Musikverein „Frohsinn“ in Mailen am Zürichsee.

Nach dem Krieg traten viele ehemalige Militärmusiker in den Polizeidienst ein und der Musik bei. Es waren nun alle Stimmführer ehemalige Militärmusikanten und die Kapelle erreichte ein sehr hohes Niveau.

Bis zum Staatsvertrag 1955 bzw. bis zur Gründung der Militärmusik Tirol war die Polizeimusik die offizielle Musikkapelle des Landes Tirol.

Die aus Wien nach Tirol kommenden Regierungsmitglieder wurden immer von der Polizeimusik begrüßt. Auch wurde oft an Paraden der französischen Besatzungsmacht teilgenommen.

1955wurde die musikalische Leitung Kapellmeister Rudolf POSCH übertragen, da der damalige Kapellmeister Ludwig SCHWAIGER mit der MK Wilten nach Amerika reiste. Bei seiner Rückkehr wurde eine Kapellmeisterwahl abgehalten bei der Rudolf POSCH die Stimmenmehrheit erhielt.

Die Polizeimusik fand bei der Bevölkerung großen Anklang und konnte in dieser Zeit ihr beachtliches musikalisches Können bei Wertungsspielen unter Beweis stellen.

1956Im September wirkte die Polizeimusik Innsbruck beim Film „Die Kaiserjäger“ mit.

1959fand im Dezember das Festkonzert im Festsaal der Polizeidirektion anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums statt.

1960Nachdem ein Jahr gespart und die Musiker sehr „trocken“ gehalten wurden, fand vom 09. bis zum 14. September eine Österreichrundfahrt – als Belohnung für die Musikanten statt. Der damalige Obmann Franz Karsten organisierte diese in vorbildlicher Weise mit Unterstützung des Behördenleiters HR Dr. Junger. Die Reise führte über Salzburg –Linz-Wien-Graz-Klagenfurt-Innsbruck.

1964Zu Jahresende kam es zu neuerlichen Schwierigkeiten innerhalb der Polizeimusik, Bedingt durch das Ausscheiden einiger verdienter Musikanten kam es zu einem Mangel an kompetenten Musikern.

Der damalige Obmann Johann HABLE kämpfte darum, dass auch „Nichtpolizisten“ zur Kapelle stoßen konnten. Schon bald zeigte sich der gewünschte Erfolg und die Polizeimusik war wieder spielfähig. Die Polizeimusik wurde aber weiterhin als Dienstmusik geführt. Als neuer musikalischer Leiter konnte Andreas Bramböck verpflichtet werden.

1970Gatt Otto wurde zum Obmann gewählt.

1977Vom 14. bis 16. Mai nahm die Polizeimusik an einem internationalen Polizeimusiktreffen in Linnich (BRD) teil. Aus diesem Grund wurden ab März zwei Proben abgehalten. Eine Probe wurde von Erich Hendl – zum Einstudieren einer Rasenshow – abgehalten.

1978Vom 01. bis 03. September weilte das Freizeitmusikkorps der Polizei Freiburg im Rahmen einer Städtepartnerschaft in Innsbruck.

1979erfolgte die Umwandlung der Dienstmusik in einen Verein mit eigenem Statut

Vom 24. bis 27. Mai erfolgte der Gegenbesuch in der Partnerstadt Freiburg

1981Hans KÖCHLER übernahm die musikalische Leitung der Polizeimusik

Vom 5. bis 6. September besuchte uns die Polizeimusik St. Gallen in Innsbruck.

1982Vom 20. bis 23. Mai war die Polizeimusik wieder zu Gast in Freiburg  – anl. des 10 Jährigen Bestehens des Freizeitmusikkorps.

1984Vom 14. bis 15. Mai erfolgte der Gegenbesuch unserer Kapelle bei der Polizeimusik St. Gallen. Wieder konnte die Polizeimusik Innsbruck einen großartigen Erfolg beim Schweizer Publikum verbuchen.

Auch fand am 2. Juni anl. des 50-Jährigen Bestandsjubiläum der Polizeimusik Innsbruck ein Gemeinschaftskonzert mit der Polizeimusik Freiburg im Innsbrucker Stadtsaal statt.

Weiters nahm die Polizeimusik am 5. Österreichischen Blasmusikfest in Wien teil.

1986Gemeinschaftskonzert mit der Gendarmeriemusik Tirol im Stadtsaal

1988 am 30.9. verstarb der Kapellmeister Hans KÖCHLER. Als sein Nachfolger übernahm Vzlt Erwin MAIRHOFER von der Militärmusik Tirol den Taktstock.

1993 Otto Gatt stellte sein Amt zur Verfügung. Für seine Verdienste wurde er einstimmig zum Ehrenobmann ernannt. Bereits 1989 wurde Gatt Otto der Ehrenring der Polizeimusik Innsbruck verliehen.

Markus SCHIFFER wurde zum neuen Obmann gewählt.

1994 Vom 27. bis 29. Mai wurde auf Anregung des Obmannes Schiffer Markus in Innsbruck – anl. des 60 jährigen Bestehens der Polizeimusik Innsbruck – erstmals in Österreich ein Polizeimusiktreffen abgehalten. Ebenfalls wurde aufgrund des Jubiläums im Stadtsaal ein Festkonzert gemeinsam mit dem Polizeichor München veranstaltet.

Weiters wurde die weiße Galauniform bei der Polizeimusik Innsbruck wieder eingeführt.

1997 Zum Anlass 100 Jahre Berufsfeuerwehr Innsbruck führte die Polizeimusik Innsbruck gemeinsam mit der Berufsfeuerwehrmusik den Großen Österreichischen Zapfenstreich vor dem Goldenen Dachl auf.

Ebenso erfolgte die Teilnahme am Festumzug zum 50 Jahr Jubiläum des Tiroler Blasmusikverbandes.

1998 wirkte die Polizeimusik bei den Eröffnungsfeierlichkeiten der 13. International Police Winter Games mit.

Vom 1. bis zum 3. Mai gastierte die Polizeimusik Innsbruck auf Einladung des Freizeitmusikkorps der Polizei in Freiburg.

Vom 3. bis 4. Oktober fuhren wir auf Einladung des Unterstützungsvereines der Polizei Innsbruck nach Cavi di Lavagna.

1999 In der Zeit vom 28. bis 30. Mai fuhren wir zum 2. Österr. Polizeimusiktreffen nach Linz. Vom 17. bis 18. September nahmen wir an den Feierlichkeiten anl. 130 Jahre Wiener Sicherheitswache und 90 Jahre Polizeimusik Wien teil.

2000 Mitwirkung bei der 145-Jahr Feier der Innsbrucker Liedertafel. Es fand eine Konzertreise nach Bad Wörishofen (BRD) – Organisator Oberst i.R. Herbert MORIGL – statt. Die 50-Jahr Feier der IPA Österreich in Seefeld umrahmten wir gemeinsam mit der Gendarmeriemusik Tirol musikalisch.

Beim Schützenbataillonsfest in Ötz spielten wir gemeinsam mit der Musikkapelle Ötz den „Großen Österreichischen Zapfenstreich“

2001 Vom 08. bis 10.06. nahmen wir gemeinsam mit den MK Pillersee und Baumkirchen am Blasmusiktreffen in Wien teil.

Bei der Cäcilienfeier wurde die erste CD der Polizeimusik Innsbruck präsentiert.

2002 Mitwirkung bei der Siegerehrung und Abschlussfeier der 17. International Police Wintergames. Auf Einladung der Salzburger Volkszeitung gastierten wir am 7.9. beim ersten Treffen von uniformierten Blasmusiken Österreichs in Salzburg.

Beim Konzertwertungsspiel des Musikbezirkes Innsbruck erreichte die Polizeimusik in ihrer Gruppe die höchste Punkteanzahl.

2003 Am 6. April konnten wir in Tulfes die Vorausscheidung zum  „Großen Preis der Tiroler Blasmusiken des ORF Tirol“ mit 610 Punkten gewinnen.

Am 16. und 17. Mai veranstalteten wir mit der Polizeimusik Salzburg Gemeinschaftskonzerte in Innsbruck und Salzburg.

Im August umrahmten wir die Eröffnungsfeier sowie den Abschluss-Umzug der „Internationalen Polizeisternfahrt“ der Sektion Motorsport des PSV.

Auf Einladung des Bundesfeuerwehrverbandes umrahmten wir im September die Abschlussfeierlichkeiten beim Österr. Bundesfeuerwehrleistungswettbewerb gemeinsam mit der Militärmusik Tirol und der MK Arzl.

Am 9.11. nahmen wir beim Finale des „Großen Preises der Tiroler Blasmusiken“ in der Gruppe A/B teil, und konnten dieses vor der MK Vomp und MK Sautens für uns entscheiden.

2004 Zum 70 Jahr Jubiläum veranstaltete die Polizeimusik Innsbruck eine Konzerttournee durch ganz Tirol. In allen Bezirken Tirols wurden Galakonzerte zum 70-jährigen Bestandsjubiläum zum Besten gegeben. Eine dreitägige Konzertreise nach Cavi di Lavagne in Italien war der Höhepunkt in diesem Jahr. Ein weiterer Höhepunkt waren die Gemeinschaftskonzerte mit der Polizeimusik Salzburg in Innsbruck und Salzburg.

2005 Gespräche für die Zusammenführung von Polizeimusik Innsbruck (Verein) mit der ehemaligen Gendarmeriemusik (Dienstmusik) zur gemeinsamen Polizeimusik-Tirol (Dienstmusik) schlugen fehl. Für Mitglieder die nicht der Polizei angehören, wäre zwar ein Teil der Proben in die Nachmittags- und Abenstrunden verschoben worden, es wäre trotzdem zu Schwierigkeiten gekommen.. Gerade diesen Mitgliedern ist die Polizeimusik-Innsbruck verpflichtet, weil diese in den Jahren in denen wenig eigene Musiker vorhanden waren, ohne Begünstigungen (Dienstfreistellung etc.) mitgespielt haben.

2005 Am 15.12. wird ein neuer Vereinsvorstand gewählt.

2006 Laut Vorgaben des LPK (Landespolizeikommando) muss der Verein Polizeimusik Innsbruck aus den Vereinsräumen in der Kaiserjägerstraße 8 (Polizeidirektion) bis Ende Jänner ausziehen und sich eine neue Bleibe suchen. Durch großzügige Unterstützung durch Frau Bürgermeinsterin Zach von Innsbruck, konnte bei den IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe) in der Pastorstraße ein Probelokal eingerichtet werden. Herzlichen Dank an Frau Bgm. Zach, IVB-Chef Baltes und dem Tiroler Blasmusikverband (Hr. Ebenbichler.)

2009 Anlässlich des 75jährigen Bestehens der „Original Polizeimusik Innsbruck“ nimmt die Musik am Festpol 2009 in Prag teil. Bei den Konzerten kann die Musik hervorragende Erfolge feiern. Zum Höhepunkt des Treffens spielten alle beteiligten Musikkapellen unter der Dirigentschaft von unserem Kapellmeister Walter Mair am Altstädter Ring vor dem historischen Rathaus.